Von der Puna in Ihre Hände
Das Vicuña ist ein Wildtier. Es lebt auf über viertausend Metern in den Anden Perus, in kleinen Familiengruppen, frei auf der Puna, dem weiten Grasland des Hochlands. Seine Faser zählt zu den feinsten der Welt und ist zugleich eine der am strengsten geschützten. Bevor sie zu einem Stück wird, legt sie einen langen Weg zurück, und jeder Schritt ist dokumentiert.
In der Puna
Einmal im Jahr kommen die Gemeinden des Hochlands zum Chaccu zusammen. In einer langen Kette gehen Männer, Frauen und Kinder über das Grasland und führen die Vicuñas behutsam in ein vorübergehendes Gehege. Die Tradition reicht bis in die Zeit der Inka zurück. Heute findet der Chaccu unter staatlicher Aufsicht statt.
Geschoren werden nur Tiere, deren Vlies lang genug ist. Alle anderen kehren sofort in die Puna zurück. Auch die geschorenen Tiere sind nach wenigen Minuten wieder frei. Ein Vicuña gibt nur wenige hundert Gramm Faser, und das nur alle paar Jahre.

Gewogen und registriert
Noch am Ort des Chaccu wird die Faser gewogen und erfasst, für jede Gemeinde und jede Saison. So bleibt jede Partie über ihre Dokumente mit der Gemeinde verbunden, aus der sie stammt. Die Gemeinden halten die Rechte an den Herden und verkaufen die Faser selbst. Sie schützen die Vicuñas das ganze Jahr über und tragen damit dazu bei, dass die Tiere heute wieder in großer Zahl durch die Anden ziehen.

Aus Faser wird Garn
In Peru wird die Faser von Hand sortiert, gereinigt und gesponnen. Wer Vicuña verarbeitet, braucht dafür eine Genehmigung des Ursprungslandes. Gewebe aus peruanischem Vicuña tragen im Webrand die Worte „VICUÑA PERÚ“. So bleibt die Herkunft im Stoff selbst sichtbar.
Ein Vicuña gibt nur wenige hundert Gramm Faser, und das nur alle paar Jahre.
Die Reise nach Europa
Das Vicuña steht unter dem Schutz des Washingtoner Artenschutzübereinkommens CITES. Jede Ausfuhr aus Peru braucht deshalb eine eigene CITES-Genehmigung. In Deutschland braucht die Einfuhr zusätzlich eine Genehmigung der zuständigen Naturschutzbehörde, die vorliegen muss, bevor die Ware das Land erreicht. Erst wenn beide Dokumente übereinstimmen, gibt der Zoll die Sendung frei.

Was bleibt
Jedes Stück aus Vicuña trägt bei APUKAI eine Chargennummer. Sie verbindet es mit den Dokumenten seiner Herkunft: vom Chaccu im Hochland über die Verarbeitung in Peru bis zur Ankunft in Europa. Wer es in den Händen hält, hält auch diesen Weg in den Händen.